15/15 — warum ich gerade mehrere Apps für Menschen mit Einschränkungen baue

Ich fange mal vorne an: Warum mache ich das eigentlich?

Nicht nur für andere. Für mich und mein Umfeld. Bei mir selbst und bei Menschen die ich kenne gibt es Einschränkungen — manche sichtbar, manche nicht. Wenn man näher hinschaut, merkt man wie viel Alltag schwerer ist als er sein müsste. Nicht weil es an Willen fehlt. Sondern weil die Werkzeuge fehlen, die genau für die eigene Situation gedacht sind.

Gleichzeitig sehe ich jeden Tag was KI inzwischen kann. Objekterkennung, Spracherkennung, Live-Untertitel, Sensor-Auswertung in Echtzeit — Dinge die vor drei Jahren noch Speziallösungen für viel Geld waren, laufen heute auf einem normalen Smartphone. Kostenlos, offline, ohne dass ein Cloud-Konzern mitliest.

Diese zwei Beobachtungen zusammen haben zu 15/15 geführt.

Was 15/15 ist

Mehrere Apps, teils mit gemeinsamem technischen Kern, jede für eine andere Situation:

  • Sehen — für blinde und sehbehinderte Menschen
  • Hören — für gehörlose Menschen
  • Verstehen — für Menschen mit kognitiver Belastung, Reizüberflutung, Stress
  • Mobilität — für Menschen mit motorischen Einschränkungen, z. B. Rollstuhlfahrer
  • Senioren — gezielt gegen Betrugsmaschen, mit Lebenszeichen-Funktion für Angehörige
  • Sprechen — Starthilfe für die Sprachentwicklung von Kindern
  • Wachhund — Betrugs-Check für Fotos und Texte, auch für alle die einfach unsicher sind
  • Begleiter — ein Sprach-Begleiter, wählbare Persona, aktuell die einzige bereits live erreichbare App

Fünf der Apps (Sehen, Hören, Verstehen, Mobilität, Senioren) teilen sich eine gemeinsame technische Basis: on-device wo immer möglich — kein Bild, kein Ton verlässt zwingend das Gerät —, ein SOS-Knopf der immer erreichbar ist, Ansagen die sich abschalten lassen wenn man sie nicht braucht. Sprechen, Wachhund und Begleiter sind eigenständige Projekte, die aus derselben Grundidee gewachsen sind.

Wo wir stehen

Ehrlich, unterschiedlich weit. Sehen ist komplett in der Alpha und läuft auf zwei Testgeräten. Sprechen hat bereits zwei volle Test-Durchläufe mit 30 simulierten Nutzerprofilen hinter sich. Mobilität ist die dünnste App, gerade in der frühen Alpha. Begleiter läuft schon live. Wachhund ist fertig, aber aktuell nur lokal erreichbar. Nichts wird schöngeredet — was fertig ist, ist fertig. Was offen ist, bleibt offen markiert.

Die Vision dahinter

Wo das Ganze hinführen soll: Mit Handy und irgendwann VR-Brille sicher und barrierearmer durch die Welt. Echte unabhängige Teilhabe — und mehr Spaß am Alltag, nicht nur Problemlösung. Die Apps heute sind der erste Schritt dahin, nicht das Ziel.

In den nächsten Artikeln gehe ich auf jede App einzeln ein — für wen sie gedacht ist, was heute schon funktioniert, was noch unterwegs ist.

Warum ich das hier erzähle

Weil 15/15 kein Konzern-Projekt ist. Es ist selbst finanziert, aus eigenem Antrieb, motiviert durch Menschen die ich kenne — und durch mich selbst. Kein Investor im Rücken, kein Team von zwanzig Leuten. Nur die Überzeugung, dass es das wert ist.

Und genau deshalb brauche ich Hilfe. Dazu mehr im letzten Artikel dieser Reihe — aber so viel vorweg: wenn du selbst betroffen bist, jemanden kennst der es ist, oder aus der KI-Branche kommst und Lust hast mitzudenken — das hier ist erst der Anfang.

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