Diese App ist für gehörlose Menschen gedacht — für Situationen in denen gesprochen wird, aber das Gehör es nicht mehr auffangen kann. Ein Gespräch am Tisch, eine Durchsage, ein Anruf.
Was heute schon funktioniert
- Live-Untertitel — was gesprochen wird, erscheint in Echtzeit als Text auf dem Bildschirm
- Tippen→Sprechen — eingetippter Text wird laut ausgesprochen, für die Gegenrichtung im Gespräch
- Gesprächs-Mitschrift — ein ganzes Gespräch wird mitgeschrieben, zum Nachlesen statt nur Mithören in dem Moment
Drei von vier geplanten Modi sind echt und funktionsfähig, kein Mockup.
Was noch aussteht
Der vierte Modus, Geräusch-Alarm — erkennen wenn zum Beispiel die Türklingel oder ein Rauchmelder losgeht, und das als sichtbaren Hinweis weitergeben — ist aktuell noch ein Platzhalter. Das dafür nötige Audio-Erkennungsmodell (YAMNet) ist noch nicht eingebaut.
Und ein Thema fehlt noch komplett, das mir bewusst ist: Gebärdensprache. Für viele gehörlose Menschen ist sie die eigentliche Muttersprache, nicht der Text auf einem Bildschirm. Untertitel und Mitschrift sind ein Anfang, aber kein Ersatz.
Dabei geht es nicht nur um die Richtung „gesprochene Sprache → Text für den Gehörlosen“. Genauso wichtig ist die umgekehrte Richtung: Wenn jemand in Gebärdensprache antwortet und das Gegenüber sie nicht versteht, wird die Barriere für den Hörenden genauso real. Das Handy müsste also auch andersherum übersetzen können — Gebärde zu Sprache oder Text, live. Das ist technisch die deutlich größere Herausforderung, gehört aber auf die Liste. Ehrlich als offen markiert statt stillschweigend übergangen.
Diese Serie: Teil 1 · Teil 2 · Teil 3 — Sehen